6 Tipps zum Rucksackpacken

Gute Trekking- und Wanderrucksäcke sind Stauraumwunder und nehmen all deine Ausrüstung auf. Mit diesen Packtipps zum Rucksackpacken bekommst du mehr Sachen unter und schonst deinen Rücken.

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Rucksack-Pack-Tipp #1: Packe von unten nach oben

Du solltest deinen Rucksack immer von unten nach oben packen. Fang mit den leichten Teilen  – Schlafsack, Daunenjacke etc. – an und stopfe sie in das Bodenfach. Dann beginnst du mit dem Hauptfach. Es bietet den größten Stauraum. Der Zugang ist meist über einen Kordelzug von oben als auch seitlich/frontal (per Reißverschluss) möglich. Organisiere dein Gepäck hier mit Packtaschen oder speziellen Ordnungsbeuteln, zum Beispiel von Eagle Creek. So musst du nicht alle Unterhosen auspacken, wenn du einmal die Sonnencreme suchst. Außerdem schützen die kleinen Taschen je nach Material auch vor Feuchtigkeit.

Rucksack-Pack-Tipp #2: Schwere Sachen an den Rücken

Schwere Sachen wie Zelt, Kochausrüstung und die klassische Reiselektüre gehören ins Hauptfach. Du packst sie möglichst nah an den Rücken. So verhinderst du, dass das schwere Gewicht auch noch mit einem Hebel wirkt, sobald du aus dem Gleichgewicht gerätst. Das ist insbesondere im alpinen Gelände wichtig. Je alpiner du unterwegs bist, desto weiter unten ordnest du die schweren Gegenstände in deinem Rucksack an.

Jeder Rücken ist anders, daher sollte man sich beim Rucksackkauf nie von der Optik oder einer Markenpräferenz leiten lassen. Entscheidend ist die Länge des Torsos, gemessen vom siebten Halswirbel bis zum Beckenkamm. Trekkingrucksäcke haben meist eine Längenverstellung. Sollte die vertikale Rückenform nicht gut sitzen, kann bei einigen Modellen das Aluminiumgestell herausgenommen und korrigiert werden.

Rucksäcke und Sortierhilfe für dein nächstes Abenteuer

      Die Schultergurte des Rucksacks sollten mittig auf der Schulter sitzen und 5–10 Zentimeter rückseitig aufliegen. Mit den Lastkontrollriemen entscheidest du, ob du mehr Spielraum (unschwieriges Gelände) oder durch körpernahe Fixierung eine direkte Kraftübertragung (alpines, exponiertes Terrain) haben möchtest. Die Riemen solltest du aber nie so fest anziehen, dass die Schultergurte nicht mehr aufliegen. Den Brustgurt verjüngst du so weit, dass die Atmung nicht eingeschränkt ist. Bei Damenmodellen wird der Schultergurt oberhalb der Brust positioniert.

      Zwei Drittel des Gewichts deines Rucksacks sollte über den Hüftgurt auf deinen Beckenknochen liegen. Dazu sollte der Gurt zur Hälfte bis ein Drittel oberhalb des Beckenknochens angesetzt werden. Sei nicht zimperlich beim Zuziehen, die Haut am Becken ist dreimal weniger druckempfindlich als am Schultergürtel.

      Achte auf Warnsignale deines Körpers wie dicke Hände oder leichtes Taubheitsgefühl in den Armen. Dann sitzen die Schultergurte falsch und es liegt zu viel Gewicht darauf.

      Wo war noch gleich die Sonnencreme?
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      Rucksack-Pack-Tipp #3: Zwischenräume auffüllen

      Die Zwischenräume füllst du nun mit leichtem, gut komprimierbarem Gepäck. Kleidung, Tütensuppe & Co. landen so in deinen Rucksack. Das Verfüllen der Räume führt zu einer Stabilisierung der gesamten Last. Im Rucksack sollte nun alles so liegen, dass es sich nicht mehr bewegt. Ganz oben im Hauptfach deponierst du deinen Wetterschutz, warme Kleidung für den Gipfel, Erste-Hilfe-Set und die Stirnlampe. Im Fall der Fälle ist so alles griffbereit.

      Früher war eine Regenhülle obligatorisch im Gepäck. Mittlerweile bieten einige Hersteller komplett wasserdichte Rucksäcke an. Diese sind allerdings meist reduziert in der Ausstattung, durch die aufwendige Produktion im Verhältnis teuer, haben ein nicht ganz so komfortable Trage­system und sind relativ schwer. Bist du gerne und häufig im Regen unterwegs oder machst kombinierte Kanu- und Wandertouren, lohnen sich die wasserdichten Lastesel. In den meisten Fällen ist eine Regenhülle aber ausreichend. Diese befindet sich meist in einem separaten Fach am Deckelfach.

      Rucksack-Pack-Tipp #4: Das Deckelfach

      Das Deckelfach bildet bei den oberen Packregeln eine Ausnahme. In ihm finden kleinere Sachen platz, die einfach leicht erreichbar sein sollen: Riegel, Sonnenbrille, Karte, GPS, Handy und Sonnencreme. Beim Beladen sollte man darauf achten, dass ein übervolles Deckelfach die Bewegungsfreiheit des Kopfs einschränkt.

      Auch die Seitentaschen bieten Stauraum, der einfach zu erreichen ist. Sie sind meist aus Stretchstoff, in der Weite einstellbar und erreichbar, ohne den Rucksack absetzen zu müssen. Hier ist Platz für deine Trinkflasche und eine Mütze, die dich unterwegs schützt.

      Rucksack-Pack-Tipp #5: Kompression

      Alles, was du auf deiner Reise mitnehmen willst, sollte jetzt in deinem Rucksack gepackt sein. Mit den Spannriemen komprimierst du nun noch einmal deine gesamte Ausrüstung. Du solltest noch einmal darauf achten, dass dein Rucksack eher in die Höhe geht, als in die Breite oder Tiefe. So verhinderst du wiederum, dass das Gewicht deines Rucksacks zu einem Hebel wird und dich in alpinem Gelände zum Straucheln bringt.

      Egal, ob dein Rucksack 40 oder 90 Liter Volumen hat – du wirst ihn ziemlich sicher bis oben hin vollpacken. In der Regel reichen 60 Liter locker für eine mehrwöchige Reise. 

      Rucksack-Pack-Tipp #6: Weniger ist mehr

      Etwa 20 bis 25 Prozent des eigenen Körpergewichts kann ein trainierter Trekker über einen längeren Zeitraum auf dem Rücken tragen, mehr solltest du auch nicht in deinen Rucksack packen. Weniger ist oft mehr. Reduziere deine Ausrüstung auf das Wesentliche und packe bewußt nur das Nötigste und keinen Luxus ein. Versuche Dinge zu nutzen, die dir die Natur liefert. All dein Gepäck sollte im Rucksack verstaut beziehungsweise fest am Rucksack befestigt sein. Frei baumelnde Gegenstände bleiben gern hängen, kosten Nerven und Kraft.

      Den Rucksack richtig aufsetzen in drei Schritten:

      1. Mit lockeren Gurten aufsetzen, Hüftgurt schließen und dann festziehen.
      2. Schultergurte kräftig nachziehen.
      3. Per Lastkontrollriemen Rucksack näher zum Körper holen. Schultergurte wieder leicht lösen.

      BeginnerBackpacking

      Text: Globetrotter Magazin
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