Kaufberatung Reisesicherheit

Wie reist man sicher durch fremde Länder?

Wichtig ist es, sich Informationen über Land, Gefahrenlage, Infektionen und Naturkatastrophen vorab einzuholen. Anhaltspunkte dazu bekommst du auf der Seite des Auswärtigen Amts und natürlich durch entsprechende Literatur und Reiseführer.

Folgende Tipps können hilfreich sein:

  • Kleidung und Verhalten bestmöglich den Örtlichkeiten anpassen
  • auffällige Markenkleidung, religiöse Symbole vermeiden
  • Herr der eigenen Sinne sein (Verzicht auf Drogen und Alkohol)
  • keinen teuren Schmuck, Uhren oder die Kamera zur Schau stellen
  • keinen Blick auf Bargeld oder ins Portemonnaie gewähren
  • kleine Mengen Bargeld (für Trinkgeld, kleine Einkäufe etc.) lose in der Hosentasche oder in einem extra Portemonnaie
  • Notfallnummern (Kreditkarte sperren, Botschaft etc.) parat haben
  • Kopien von Dokumenten mitführen oder in einem Online-Speicher hinterlegen (Link merken!)
  • ein altes Handy mitnehmen, um keine Begehrlichkeiten zu schüren.
  • Kameratasche in einer unauffälligen Plastiktüte vom lokalen Markt tarnen/tragen

Bei einem bewaffneten Überfall: nicht wehren und den Angreifern die geforderten Wertsachen übergeben, ist in 99% aller Fälle das richtige Verhalten. Materielle Dinge sind ersetzbar.

Wie schütze ich mein Reisegepäck?

Unterwegs ist dein Reisegepäck ja praktisch dein ganzer Besitz und den willst du schützen. Nicht immer kannst du es an einem sicheren Ort (z. B. Schließfach, Gepäckdepot) aufbewahren. Es gibt aber ein paar Lösungen, damit du dir um dein Gepäck weniger Sorgen machen musst.

Rucksäcke und Reisetaschen mit Diebstahlschutz

Diese Rucksäcke oder Taschen sind bestmöglich gegen Diebstahl gesichert. Das Außenmaterial des Reisegepäcks ist meist schnittfest oder sogar mit einem Drahtgitter verstärkt. Die Gurte und Schulterträger sind durch dünne Stahlkabel gegen ein Durchtrennen geschützt. Und Dokumentenfächer haben oft einen integrierten RFID-Blocker. Bei Rucksäcken sind Reißverschlüsse und Fächer meist so platziert, dass sie auf der Rückenseite liegen und man nicht dran kommt, solange der Rucksack getragen wird. Die Zipper selbst sind so konstruiert, dass sie sich leicht mit einem (eingebauten) Schloss oder einem Karabiner sichern lassen. Pacsafe hat sogar einen 3-Wege-Verschluss entwickelt, der die Zipper so geschickt sichert, dass jeder Langfinger die Krise kriegt.

Travelsafes

Sogenannte Travelsafes sind meist aus schnittfestem Stoff (oft drahtverstärkt) gefertigt und abschließbar (oft per Zahlenschloss). Sie sind für sperrige Wertsachen wie Handy, Laptop, Kamera gedacht. Wenn man seine Wertsachen im Hotel- oder Hostelzimmer zurücklassen möchte und es keinen festen Safe gibt, kann man diese Taschen an fest verbauten Möbelstücken oder an der Heizung anschließen. Die Taschen gibt es in unterschiedlichen Größen bis hin zur Daypack-Größe.

Reisegepäcksicherung

Auch wenn du es vermeiden willst, gibt es immer wieder Situationen, in denen du dein Reisegepäck unbeaufsichtigt stehen lassen musst und sei es nur für wenige Sekunden. Um dann den Langfingern das Leben möglichst schwer zu machen, gibt es eine Reihe von Lösungen:

Zahlenschloss in Kaufberatung Reisesicherheit

Stahlkabel
Stahlnetz in Kaufberatung Reisesicherheit
Transporthüllen
  • Schlösser: Mit kleinen Vorhängeschlössern (Schlüssel- oder Zahlenschloss) lassen sich Doppelreißverschlüsse einfach gegen ungewolltes Öffnen abschließen. Das Gepäck kann dir trotzdem noch geklaut werden, aber ein schneller Griff hinein wird damit verhindert.
  • Koffergurt mit Schloss: Ein Koffergurt mit Schloss kostet einen potenziellen Dieb zumindest etwas Zeit und kann also abschreckend wirken. Zusätzlich schützt so ein Gurt deinen Koffer auch davor, beim oftmals ruppigen Transport im Flugzeug aufzuspringen.
  • Stahlkabel: Damit kannst du dein Gepäck an etwas festschließen, damit es niemand einfach mitnehmen kann. Ein Stahlkabel eignet sich am besten für Hartschalenkoffer mit stabilem Griff, nicht so gut für textiles Gepäck.
  • Stahlnetze: Damit kannst du deinen Rucksack oder deine Reisetaschen komplett umhüllen. Die Maschenweite ist zwar so, dass man noch in den Rucksack greifen, aber nicht mehr wirklich etwas hinausziehen kann.
  • Transporthüllen für den Trekkingrucksack: Tarnung ist die beste Taktik. Wenn du deinen Rucksack in eine neutrale Transporthülle steckst, erkennt man nicht mehr auf den ersten Blick, dass es sich um Reisegepäck handelt. Es gibt von diversen Herstellern »neutrale Hüllen«, eine günstige Alternative dazu ist aber einfach einen robusten Getreidesack oder Ähnliches direkt in dem Land zu kaufen, in dem man reist.

TSA-Info: Bei Flugreisen darfst du das Fluggepäck mit einem Schloss sichern, allerdings kontrolliert in den USA die TSA (Transportation Security Administration) auch stichprobenartig das Gepäck. Wenn du kein spezielles TSA-Schloss verwendest, das vom TSA-Personal mit einem speziellen Schlüssel geöffnet werden kann, gehst du das Risiko ein, dass dein Koffer/Schloss gewaltsam aufgebrochen wird. Achte deshalb auf TSA-kompatible Schlösser bei Flugreisen.

Wo bewahre ich Geld und Bankkarten auf Reisen auf?

Geld und Wertsachen möglichst immer direkt am Körper transportieren oder gleich an einem sicheren Ort oder ganz zu Hause lassen. Das geht aber natürlich nicht immer. Wenn du nicht allein reist, teilt Geld und Bankkarten gleichmäßig auf. Verteilt die Sachen an unterschiedlichen Stellen am Körper oder im (Hand-)Gepäck. Bargeld am besten in kleinen Mengen parat halten, damit du es möglichst passend hast und nicht mit großen Scheinen wedelst.

Geldgürtel in Kaufberatung Reisesicherheit
Bra Stash
Schulterhalfterin Kaufberatung Reisesicherheit

Geheimfach

  • Geldgürtel: Sehen von außen wie normale Gürtel aus, haben aber auf der Innenseite ein RV-Fach für Bargeld. Das Fach ist ein super Versteck für Geldscheine – für Münzgeld und Geldkarten ist es aber nicht geeignet. So ein Gürtel eignet sich mehr als langfristiges Geldversteck. Es kann schwierig sein, mal eben unauffällig Geld aus dem Gürtel zu holen, um zum Beispiel auf dem Markt zu bezahlen. Eine Variante von Geldgürteln sind Waist Bands oder Wrist Bands.
  • Schulterhalfter, Hüfttasche, Gürteltasche: All diese Taschen werden mehr oder weniger unsichtbar unter der Kleidung getragen. Weil sie meist direkt auf der Haut liegen, werden oft Materialien wie Seide oder schnelltrocknende Kunstfaser verwendet. Nachteile können sein: Je nach Modell kommt man nicht immer schnell und unbemerkt an seine Wertsachen und muss sich dafür zurückziehen (z.B. auf eine Toilette). In warmen Ländern oder am Strand kann es auch ein Problem sein, dass man nicht genug Kleidung trägt, um darunter die Taschen zu verstecken. Außerdem kann es warm werden mit den Taschen auf der Haut.
  • Brustbeutel: Der Klassiker der Reiseportemonnaies. Man kommt recht schnell an ihn dran, allerdings kann der erfahrene Langfinger die Kordel am Hals erkennen und eventuell mit einem Messer durchtrennen. Dagegen helfen Brustbeutel mit schnittfester Halskordel (z.B. von Pacsafe)
  • Bra Stash: So nennt man kleine Taschen für Bargeld und Bankkarten, die sich Frauen per Druckknopf mittig oder seitlich an den BH heften können. Dort sind die Wertsachen für die Trägerin relativ gut erreichbar und trotzdem sicher. Die kleine Tasche fällt unter der Kleidung nicht auf und unter normalen Umständen (!) werden Frauen auch nicht in diesem Bereich von Fremden angerempelt oder berührt.
  • RFID-Safe: RFID-Blocker verhindern, dass die Karten kontaktlos mit der RFID-Technologie ausgelesen werden. Die Blocker gibt es als kleine Hüllen für Bankkarten, du findest RFID-Blocker inzwischen auch direkt in Portemonnaies, Geldgürtel und Brustbeutel eingearbeitet. Einige Hersteller haben auch schon die Innentaschen an Travel-Jacken und -Hosen sowie Dokumentenfächer an Rucksäcken und Hüfttaschen mit einem RFID-Schutz ausgestattet.
  • Sicherheitstaschen in der Kleidung: In einigen Travel-Hemden und -Hosen sind kleine versteckte RV-Taschen eingearbeitet. Dort kommt man in der Regel schnell und unkompliziert dran. Auch eine Brusttasche mit Knopf oder RV ist kein ganz schlechter Ort für etwas Bargeld, weil man die meist im Blickfeld hat.

Was ist RFID und was ist daran gefährlich?

RFID steht für »Radio Frequency Identification«. RFID-Chips werden unter anderem im elektronischen Personalausweis und für kontaktloses Bezahlen mit Giro- und Kreditkarten genutzt. Dadurch ist es mit den Bankkarten möglich, dass man geringe Beträge ohne PIN oder Unterschrift bezahlen kann. Grundsätzlich ist das überhaupt nicht gefährlich und eine praktische Technologie. Theoretisch können aber auch Kriminelle deine Karten auslesen und zum Beispiel Beträge abbuchen. Dafür müssen sie nur mit einem speziellen Lesegerät relativ nah an deine Karten herankommen. Also beispielsweise in dichtem Gedränge nah an deine Brieftasche oder dein Portemonnaie.

Wie funktioniert ein RFID-Schutz?

RFID-Blocker verhindern, dass die Daten deiner Giro- und Kreditkarten ausgelesen werden können. Der Blocker schirmt das Signal des Auslesegeräts ab und dämpft gleichzeitig das Antwortsignal des Chips. Laut Stiftung Warentest bieten RFID-Blocker einen 99-prozentigen Schutz. Solche Blocker findest du inzwischen oft in Portemonnaies, Geldgürteln und Brustbeutel eingearbeitet. Einige Hersteller haben auch schon die Innentaschen an Travel-Jacken und -Hosen sowie Dokumentenfächer an Rucksäcken und Hüfttaschen mit einem RFID-Schutz ausgestattet.

Womit schütze ich mich gegen Tiere (streunende Hunde, Affen, Bären etc.)?

Auf Reisen solltest du dich grundsätzlich bei Einheimischen oder Rangern nach der aktuellen Gefährdungslage (z.B. Brut- und Wurfzeiten) und den üblichen Vorsichtsmaßnahmen (z.B. Essen nicht im Zelt oder Auto lagern) im Umgang mit den jeweiligen Tieren erkundigen. Sie haben die besten Tipps, wie man gar nicht erst Gefahr läuft, auf wilde Tiere zu stoßen. Besonders bei Bären ist es wichtig, dass man sie nicht überrascht und einen Verteidigungsreflex auslöst. Umso mehr gilt das für eine Bärenmutter, die mit ihren Jungen unterwegs ist. Als Wanderer will man nicht aus Versehen unbemerkt zwischen die Bärenmutter und ihre Jungen geraten.

  • Pfefferspray/Bärenspray: Ein Klassiker der Selbstverteidigung gegen aufdringliche Tiere wie Schwäne, Wildschweine, Hunde, Affen und Bären. Das allerwichtigste ist: Auf keinen Fall solltest du das Spray selbst einatmen oder auf die Haut bekommen. Durch eine Reihe von Sicherheitsvorkehrungen ist die Bedienung der Sprays relativ einfach. Dennoch werden Sprays auch kritisch gesehen, denn im Eifer des Gefechts musst du einiges beachten:
    • Nicht gegen den Wind sprühen.
    • Gut zielen, die Dose hält nicht ewig.
    • Richtige Distanz – meist näher als einem lieb ist und gerade bei Bären musst du trotzdem standhaft stehen bleiben.
    • das Spray nicht im Bärengebiet testen. Bären sind neugierig und können durch die Rückstände überhaupt erst angelockt werden. Abwehrsprays dürfen in der Regel nicht in Flugzeugen (Hand- und Aufgabegepäck) mitgenommen werden.
Pefferspray in Kaufberatung Reisesicherheit
Signalpfeife

Bärenglocke in Kaufberatung Reisesicherheit

  • Signalpfeife: Um wilde Tiere abzuschrecken und zurückzuweisen hilft oft Lärm. Mit über 100 Dezibel können solche Pfeifen eine auch für Tiere unangenehme Lautstärke entwickeln. In Bärengebieten (z.B. Denali-Nationalpark) wird aber zum Teil davon abgeraten. Der Pfeifton kann für Bären wie der Schrei eines Beutetiers klingen.
  • Bärenglocke: Wird am Schuh, Gürtel oder Rucksack befestigt und klimpert bei jedem Schritt vor sich hin. Weil das auf Dauer für den Wanderer sehr nervig werden kann, lassen sich die meisten Glocken mit einem Band oder einem Magneten auch stumm schalten. Man darf nur nicht vergessen, die Glocke wieder in Betrieb zu nehmen. Sobald das Gelände unübersichtlich wird, kann theoretisch hinter jedem Baum ein Bär stehen.

    Speziell in Sachen Eisbären, gibt es noch eine Reihe von weiteren Verteidigungsmaßnahmen wie Böller, Signalraketen, Zäune mit Sprengfallen oder Revolver/Gewehre. Dazu solltest du dich noch mal gesondert erkundigen, wenn du Reisen in arktische Regionen wie Spitzbergen, Grönland oder Nordkanada planst.

Text: Globetrotter
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