Kaufberatung Wanderhosen, Trekkinghosen und Softshellhosen

Ben Matthews/Marmot

Brauche ich wirklich eine Wanderhose?

Falls du mit dem Gedanken spielen solltest, in einer Jeans oder ähnlichem wandern zu gehen: Tu es besser nicht… Die Investition in eine funktionelle Wanderhose lohnt sich – versprochen. Auch bei moderaten Touren. Die mitunter dicken Nähte einer Jeans können sehr unangenehm scheuern, wenn du schwitzt. Außerdem trocknet das Baumwoll-Material unendlich langsam, was sehr unpraktisch ist und ebenfalls scheuern kann. Und selbst wenn die Jeans etwas weiter und bequemer geschnitten ist, bietet sie dir nicht den Bewegungsfreiraum einer Wanderhose, was richtig unbequem sein kann. Ist sie richtig weit geschnitten, besteht wieder die Gefahr, dass sie scheuert.

Michael Neumann

Grundsätzlich ist es wichtig, dass du dir Gedanken über den Einsatzbereich deiner Wanderhose bzw. Trekkinghose machst: Welche Temperaturen und Windverhältnisse erwartest du? Wie sieht das Gelände aus? Geht es ständig schweißtreibend bergauf und bergab, hast du evtl. sogar Felskontakt? Oder bist du im Fjell, Wald oder am Strand unterwegs?

Gibt es einen Unterschied zwischen Trekkinghosen und Wanderhosen?

Trekkinghose und Wanderhose wird bei uns quasi als Synonym verwendet. Im Fachjargon sind Trekkingtouren anspruchsvollere Touren, bei denen du mit einem Zelt und mitunter recht schwerem Rucksack über mehrere Tage hinweg, meist abseits der Zivilisation, unterwegs bist.

Allerdings ändert sich der Anspruch an die Hose dabei nicht zwangsläufig, auch bei kürzeren Touren in anspruchsvollem Gelände kann eine sehr belastbare, hochwertige Wanderhose bzw. Trekkinghose unabdingbar sein. Die Übergänge wären so fließend und so schwer zu ziehen, dass eine Abgrenzung zwischen Wanderhose und Trekkinghose nicht viel Sinn macht. Um es einfacher zu machen, reden wir hier meist von Wanderhose, wobei Trekkinghosen gleichermaßen gemeint sind!

Outdoorhosen und Funktionshosen sind für uns übrigens Überbegriffe, die also Wanderhosen und Trekkinghosen (genauso wie z. B. Kletter– oder Fahrradhosen) beinhalten.

Welche Eigenschaften sind bei einer Wanderhose wichtig?

Diese Punkte können wichtig für dich sein:

  • Eine perfekte, bequeme Passform, die dir viel Bewegungsfreiheit bietet.
  • Je nach Einsatzgebiet/Temperatur eine eher luftige oder eher warme Trekkinghose.
  • Ein strapazierfähiges, belastbares Material (vor allem in anspruchsvollem Gelände).
  • Eine gute Atmungsaktivität (bzw. guter Feuchtigkeitstransport) des Materials, so dass die Hose schnell trocknet.
  • Je nach Wunsch/Vorliebe die Elastizität des Materials.
  • Material mit UV Schutz.
  • Bei Bedarf ein mückendichtes Material.
  • Eine Ausstattung, die deinen Wünschen entspricht.

Welche unterschiedlichen Wanderhosen gibt es?

Hier geben wir dir einen Überblick. Im darauffolgenden Absatz werden die unterschiedlichen Wanderhosen detaillierter vorgestellt.

Softshellhosen

Elastische, sehr robuste Softshellhosen (aus reiner Kunstfaser) für den anspruchsvollen, eher kühleren Einsatz im alpinen & hochalpinen Bereich oder auf langen Trekkingtouren weltweit.

Kunstfaserhosen

Meist etwas dünnere und weniger »technische« Hosen aus reiner Kunstfaser (oder mit einem sehr hohen Kunstfaseranteil). Die Abgrenzung zu den Softshells kann schwierig sein. Meist sind sie elastisch, manchmal nicht. Du findest diese Hosen zum Teil auch in der Rubrik Softshellhosen (eben weil die Abgrenzung zu den »richtigen« Softshellhosen manchmal schwierig ist), meist aber in der Rubrik Trekkinghosen. Diese Hosen eignen sich für viele Arten von (auch anspruchsvollen) Wanderungen, vor allem auch unter wärmeren Bedingungen.

Mischgewebshosen

Mischgewebehosen wie G-1000 (also mit Baumwollanteil), zum Teil mit elastischen Einsätzen. Sind strapazierfähig & mückendicht und werden oft für Wanderungen in Skandinavien empfohlen.

Zip-off-Hosen/Shorts

Für den sommerlichen Einsatz gibt es die meisten Varianten auch als Shorts, manche als Zip-Off-Hosen (sehr gut bei wechselhaften Bedingungen). Die meisten Zipphosen lassen 1x abzippen, variieren aber zum Teil in der Länge. So werden manche zur kurzen Shorts, mache zur Bermuda und wieder andere zur Dreiviertelhose. Es gibt aber auch Modelle, die du 2x abzippen kannst: Meist einmal über dem Knie (Shorts/Bermuda) und einmal unterhalb des Knies.

Tights/Leggings

Tights (Leggings), für dynamische (Tages-) Touren, bzw. einfach, wenn du ein Fan von Wandertights bist. Man sieht diese Hosen immer häufiger und gerade als Zweit- bzw. Ersatzhose nehmen sie auf Wanderungen wenig Platz im Rucksack ein und sind verhältnismäßig leicht.

Wasserdichte Hosen

Wasserdichte Hosen, die nicht als Überhose geschnitten sind. Diese findest du bei uns in der Rubrik Regenhosen. Grundsätzlich ist es bei den meisten Bedingungen praktischer (da atmungsaktiver und viel flexibler), eine nicht wasserdichte Wanderhose nur bei Bedarf mit einer wasserdichten Überhose zu kombinieren. Aber es gibt Bedingungen, wo auch das konstante Tragen einer wasserdichten Hose angebracht sein kann (Schottland o. ä., wenn du eine blöde Zeit erwischt hast). Eine Kaufberatung findest du bei Regenhosen.

Was gilt es bei den unterschiedlichen Trekkinghosen zu beachten?
Welche Wanderhose ist für welche Bedingungen bzw. welchen Einsatzzweck am besten geeignet?

Hier findest du die Eigenschaften der jeweiligen Hosen nochmal ausführlich erklärt.

Softshellhosen

Neben dem Einsatz als Trekkinghose sind Softshellhosen außerdem hervorragend für sehr bewegungsintensive und mitunter sehr anspruchsvolle Outdoor-Sportarten wie Biken, Alpinklettern, Skitouren oder Skilanglauf geeignet. Eben dort, wo es auf exzellente Funktion und Strapazierfähigkeit ankommt. Sie werden manchmal auch als Tourenhose bezeichnet (kommt von Hochtouren- oder Skitourenhose).

  • Softshellhosen sind aus elastischem, belastbarem, oft eher kräftigerem Material. Durch die Elastizität haben sie einen sehr hohen Tragekomfort und bieten dir viel Bewegungsfreiheit.
  • Das Kunstfasermaterial trocknet sehr schnell, da es Feuchtigkeit nicht (oder kaum) speichert, sondern nach außen weiterleitet. Ein Vorgang, der als atmungsaktiv bezeichnet wird. Vor allem, wenn du schweißtreibend unterwegs bist oder du die Regenhose nicht zügig genug drüberziehst ein riesiger Vorteil. Polyester trocknet grundsätzlich schneller als Nylon (Polyamid), dafür ist Nylon etwas robuster.
  • Die oft weiche Innenseite sorgt für zusätzlichen Tragekomfort.
  • Je nach Material sind Softshellhosen unterschiedlich stark wind- und wasserabweisend – bis hin zu 100 % winddicht (zum Beispiel durch die Windstopper-Membran). Je nach Einsatzbereich/Aktivität und den klimatischen Bedingungen dort gibt es unterschiedliche Ansprüche.
  • In der Wintersaison gibt es Softshellhosen auch mit weicher, warmer Fleece-Innenseite, die richtig gut warmhalten.
  • Oft hat das Material einen UV-Schutz.

Dünnere Kunstfaserhosen

Diese Hosen sind genau wie Softshellhosen aus funktionellen Kunstfasern, aber weniger technisch, meist dünner und weniger strapazierfähig – man bricht ja nicht immer zu den anspruchsvollsten Routen auf. Meist sind sie elastisch (aber nicht zwangsläufig). Die Grenze zu den Softshells ist wie gesagt fließend und manchmal schwer zu ziehen.

Diese Art Hosen sind durch ihre »zivilere« Optik auch als Reisehose beliebt und machen dort auch die Wanderungen problemlos mit.

Diese Wanderhosen sind für die meisten Wanderungen sehr gut geeignet. Eben immer dann, wenn du zwar nicht zur anspruchsvollsten Tour aufbrichst, aber durchaus eine hochwertige Wanderhose brauchst.

  • Belastbares, (oft) elastisches Material, das für viel Bewegungsfreiheit und Tragekomfort sorgt
  • Leicht
  • Durch das dünne Material sehr schnelltrocknend (atmungsaktiv)
  • Windabweisend
  • Oft mit UV-Schutz

Mischgewebehosen

Gemeint sind vor allem die G-1000 Hosen (65 % Polyester, 35 % Baumwolle) von Fjällräven in all ihren Varianten. Die nahezu mückendichten Hosen überzeugen nicht nur durch ihre Funktion, sondern auch durch ihre rustikale Optik und die große Farbauswahl.

Es gibt natürlich weitere Hersteller, die ähnliches Mischgewebe anbieten (z.B. Frilufts mit dem Material Rugged). Die Bewegungsfreiheit dieser Hosen wird durch einen richtig guten Schnitt garantiert, on top gibt es Modelle, die elastische Einsätze haben.

  • Strapazierfähiges Material
  • Windabweisend
  • Mückenabweisend (nahezu mückendicht)
  • Fangen weniger schnell an zu müffeln als Hosen aus reiner Kunstfaser
  • Oft mit vielen Taschen ausgestattet
  • Mit UV-Schutz
  • Zum Trocknen braucht sie länger als Hosen aus reiner Kunstfaser

Welche Ausstattung sollte meine Trekkinghose haben bzw. auf welche Details sollte ich bei meiner Trekkinghose achten?

Je nach Vorliebe und Einsatzgebiet können unterschiedliche Merkmale für dich interessant sein:

  • teilelastischer oder verstellbarer Bund (Klettlaschen oder integrierter Gürtel). Normale Gürtel sind beim Wandern mit großem Rucksack eher unpraktisch. Es gibt allerdings auch sehr flache Trekkinggürtel mit kleinen, aber stabilen Schnallen, zum Beispiel den von Frilufts.
  • Taschen. Sind auf der einen Seite praktisch, um Dinge zu verstauen, sehr viele (Bein-) Taschen machen die Hose auf der anderen Seite schwerer – deine Entscheidung.
  • Belüftungen. Meist netzunterlegte Reißverschlüsse am Oberschenkel seitlich. Sieht geschlossen sehr unauffällig aus, macht geöffnet wirklich einen Unterschied.
  • Vorgeformte Kniepartie. Erhöht die Bewegungsfreiheit, selbst bei elastischem Material. Es gibt sehr stark vorgeformte Schnitte, die optisch oft sehr technisch Wirken aber natürlich besonders effektiv sind und es gibt etwas moderatere Schnitte – deine Entscheidung.
  • Manche Hosen, vor allem wintertaugliche Modelle, haben eine integrierte Gamasche oder können per integriertem Haken am Schnürsenkel befestigen werden. Gut für den Einsatz im Schnee oder um generell ein Hochrutschen der Hose oder das Eintreten von Staub und/oder Insekten zu verhindern.
  • Es gibt Modelle, die am Knöchel weitenverstellbar sind. Das ist praktisch, wenn zum Beispiel Insekten unterwegs sind oder es staubig ist.
  • Bei entsprechendem Einsatz mit Felskontakt sind Verstärkungen interessant. Zum Beispiel aus besonders robustem Cordura-Material. Oder aber dadurch, dass an beanspruchten Bereichen ein dickerer, stabilerer Faden verwendet oder das Material gedoppelt wird. Am häufigsten sind Knie- oder Knöchelinnenseite verstärkt, manchmal auch das Gesäß.
  • Bei Bedarf sind große Größen sowie Langgrößen und Kurzgrößen der Weg zu einer perfekt sitzenden Hose. Z.B. Maier Sports und Frilufts sind hier Hersteller mit großer Auswahl und tollem Schnitt. Fjällräven bietet viele seiner Modelle in der sogenannten Rohlänge an, was in etwa einer Langgröße entspricht. Jeder kann sich die Hose auf seine ganz individuelle Länge zurechtkürzen.
  • Wenn du eine mückendichte Hose brauchst, bist du entweder bei den Hosen aus G-1000 (Fjällräven) oder Rugged (Frilufts) richtig (die sind durch das dichte Gewebe annähernd mückendicht), oder aber du nimmst eine Hose mit chemischer Ausrüstung. Zum Beispiel von Royal Robbins (Bug Barrier) oder Craghoppers (Nosilife).
  • Viele Trekkinghosen haben einen UV-Schutz (Online findest du beim Filter »Eigenschaften« auch das Suchkriterium UV-Schutz). Manchmal ist es sogar so, dass selbst Hosen, bei denen diese Eigenschaft nicht extra angegeben ist, einen UV-Schutz haben. Das gilt vor allem für enggewebte Kunstfaserhosen (Kunstfasern haben einen viel höheren UV-Schutz als Baumwolle). Besser ist es aber, du verlässt dich auf ausgewiesene Angaben

Wie funktioniert chemisch ausgerüstete Anti-Mücken-Bekleidung?

Insektenabweisende Ausrüstungen wie »NosiLife« (Craghoppers) oder »Bug Barrier« (Royal Robbins) sind im Material verbleibende, in die Faser eingearbeitete chemische Ausrüstungen, die für stichfeste Kleidung sorgen (ca. 90 %iger Schutz).

Der Wirkstoff ist das Biozid Permethrin, eine synthetische Form von Pyrethroid (ein Stoff, der in der Natur z. B. in Chrysanthemen vorkommt). Der Wirkstoff wird während der Produktion direkt in die Faser eingearbeitet und soll so weder in unmittelbaren Kontakt mit der Haut kommen noch soll er sich herauswaschen.

Was ist Bekleidung mit UV-Schutz?

Hier ein paar grundsätzliche Fakten zum UV-Schutz in Bekleidung. Sonnenschutz ist inzwischen in aller Munde und die Bekleidung ist eine gute Ergänzung zur Sonnencreme.

  • Der Schutz durch die Bekleidung ist genauso einzustufen wie der von Sonnencreme. Ist ein Produkt mit einem UV Schutz von 40+ ausgestattet, bedeutet das, dass du 40 x länger in der Sonne bleiben kannst als ohne Schutz. Ungeschützt werden nicht länger als acht Minuten empfohlen.
  • Kunstfasern haben grundsätzlich einen höheren UV-Schutz als Baumwolle. Selbst wenn es nicht explizit ausgewiesen ist, kannst du von einem Schutz durch eine Kunstfaser ausgehen.
  • Je dichter/enger das Material gewebt ist, desto höher der Schutz.
  • Im feuchten Zustand nimmt der UV-Schutz von Baumwolle noch weiter ab.
  • Dunklere Bekleidung schützt besser als helle, da sie die Sonne reflektiert.
  • Oft ist der UV-Schutz bei der Bekleidung ausgewiesen, was dir eine gute Orientierung und Verlässlichkeit bietet.

Wie erkenne ich nachhaltig produzierte Hosen im Globetrotter Sortiment?

Unter unserem Siegel »Eine grünere Wahl« haben wir Produkte zusammengefasst, die bestimmte Nachhaltigkeitsaspekte erfüllen. Das Logo ist online gut am Produkt zu sehen. Du kannst in der jeweiligen Rubrik bei unseren Filtermöglichkeiten den Filter »Eine grünere Wahl« aktivieren. Eine Übersicht über alle Produkte mit dem Siegel findest du hier.

Text: Globetrotter
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