Kaufberatung Wandersocken

Johannes Hoehn

Inhalt:

Wandersocken sind nicht nur irgendein Teil deiner Ausrüstung. Socken gehören mit zu dem Wichtigsten, das du am Körper trägst. Denn mit der richtigen Socke minimierst du nicht nur das Risiko von Blasen. Wandersocken sind häufig ergonomisch geformt und verfügen an besonders stark beanspruchten Stellen über eine weiche Polsterung.

Dadurch erhöhen hochwertige, gutsitzende Wandersocken und Trekkingsocken den Komfort und ermöglichen in letzter Konsequenz längere Touren und ein größeres Vergnügen!

Außerdem: Hochwertige Wandersocken sind wahre 3D-Kunstwerke! Die verschiedenen Hersteller, wie Beispielsweise Falke, Smartwool, Stance und Icebreaker, setzen bei der Herstellung von Wandersocken und Trekkingsocken auf modernste Stricktechnologien, um einen besonders angepassten Sitz am Fuß gewährleisten zu können. Im Globetrotter Sortiment findest du weit mehr als 100 verschiedene Paar Wander- und Trekkingsocken. Für Herren und für Damen. In dieser Kaufberatung erklären wir dir, wann es worauf ankommt und warum eine vernünftige Wandersocke definitiv ihr Geld wert ist!

Eine Socke ist nicht gleich eine Socke! Oder, wie finde ich die richtige Wandersocke für mich?

So viel sei schon einmal vorweggesagt: Die richtige Wandersocke zu finden, kann mitunter schwierig sein. Denn wie auch bei Wanderschuhen und anderer Ausrüstung, gibt es für nahezu jeden Einsatzbereich entsprechende Socken mit unterschiedlichen Eigenschaften.

Diese Punkte sind für dich besonders wichtig:

  • Je nach dem, was du vorhast: Wandersocken oder Trekkingsocken
  • Die optimale Materialkombi und Isolation
  • Passform und Größe: Deine Socke sollte richtig sitzen und nicht zu groß sein

Wandersocken oder Trekkingsocken?

Wandersocken zeichnen sich unter anderem durch Polsterungen an Ferse und dem Ballenbereich aus. Klassische Wandersocken haben einen eher hohen Schnitt, damit bei Stiefeln der Schaftabschluss nicht scheuert, es gibt aber auch kürzere Wandersocken für sportliche, halbhohe Wander- und Hikingschuhe. Hochwertige Wandersocken verfügen zudem über eine anatomische Passform, die der Faltenbildung und dem Verrutschen entgegenwirken sollen.

Trekkingsocken haben einen sehr ähnlichen Aufbau wie Wandersocken, sie sind meistens aber noch stärker gepolstert. Dies liegt zum einen daran, dass der Rucksack meistens schwerer und die Touren länger sind. Außerdem sind Trekkingstiefel in der Regel steifer als Wanderstiefel, weshalb dickere Polster an den Kontaktstellen angenehm sind.

Socken für den alpinen Einsatz sind zusätzlich oft dicker und wärmer. Da die Temperaturen in großen Höhen auch im Sommer mitunter sehr niedrig sein können, liegt hier das Hauptaugenmerk auf der Isolation.

Ein weiteres, wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist aber auch die unterschiedliche Passform für Männer und Frauen. Wandersocken und Trekkingsocken für Herren und Damen unterscheiden sich nicht nur durch unterschiedliche Farben. Socken für Damen sind meistens schmaler geschnitten, was an der unterschiedlichen Anatomie von Frauen- und Männerfüßen liegt. Daher lohnt es sich, hier geschlechtsspezifisch einzukaufen. Natürlich können aber auch Frauen mit breiten Füßen Männersocken tragen und umgekehrt.

Besonders wichtig ist auch, dass du deine Socken so kaufst, dass sie zu den Temperaturen passen, bei denen du unterwegs sein wirst. Neben der Dicke der Socke spielen dabei auch die Materialien eine entscheidende Rolle.

Welches Material ist für mich das richtige?

Jedes Material hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Welches nun für dich das passende ist, kannst du anhand verschiedener Kriterien, die wir dir hier kurz vorstellen, selbst entscheiden. Grundsätzlich gilt aber: Ein Mix aus Naturfasern und Kunstfasern, wie Merinowolle und Polyamid ist fast immer ein guter Kompromiss. Eines vorweg: Von den guten alten Baumwollsocken raten wir dir dringend ab! Sie ermöglichen nur einen schlechten Feuchtigkeitstransport, wodurch die dauerhaft schwitzige Haut deiner Füße schneller aufquillt, was wiederum die Gefahr von Blasenbildung maximiert!

Merinowolle

Merinowolle bietet dir gleich mehrere Vorteile. Zum einen die Tatsache, dass sie temperaturregulierend wirkt. Ist die Außentemperatur hoch, hat sie einen kühlenden Effekt. Bei kalten Temperaturen hingegen wärmt sie. Obendrein hat sie eine geruchsneutralisierende Wirkung. Durch die spezielle Beschaffenheit der Faser können Gerüche verursachende Bakterien an ihr kaum haften bleiben. Ein Effekt, der langfristig auch deinen Schuhen zu Gute kommt. Und du brauchst dir abends auf der Hütte weniger Sorgen machen, wenn du deine Stiefel oder Schuhe ausziehst. Hochwertige Wander- und Trekkingsocken mit Merinowolle findest du bei uns im Sortiment von bunt bis schlicht, für jeden Geschmack und Einsatz.

Merinowolle plus Kunstfasern

Viele hochwertige Socken sind aus einer Mischung aus Merinowolle und verschiedenen synthetischen Fasern hergestellt und die jeweiligen Eigenschaften optimal zu Kombinieren. Synthetische Fasern, wie beispielsweise Polyester haben nämlich andere große Vorteile. Hauptsächlich den, dass sie strapazierfähiger sind als Merinowolle, wodurch du länger etwas von deiner Wandersocke hast. Hochwertige Wandersocken enthalten oft auch Nylon (Polyamid). Die glatten robusten Fasern verbessern die Haltbarkeit der Socke, da sie, aufgrund ihrer Beschaffenheit die Reibung zwischen Socke und Fuß, sowie Socke und Schuh oder Stiefel reduzieren. Polypropylen, das zum Beispiel bei Socken von Falke oft zum Einsatz kommt, nimmt selbst keinerlei Feuchtigkeit auf, aber transportiert diese besonders schnell vom Fuß weg – entweder in die Wollschicht oder an die Oberfläche der Socke. Elasthanfasern wiederum halten die Socke in Form und sorgen so dafür, dass sie nicht ausleiert oder generell ihre Form verändert.

Zellulosefaser-Synthetikgemisch

Neumayer / Lenzing AG

Bei Wandersocken für den sommerlichen Einsatz bei hohen Temperaturen, setzen einige Hersteller gelegentlich auch auf einen gewissen Anteil an Tencel oder Lyocell. Diese Fasern haben einen angenehm kühlenden Effekt, den sich die Hersteller zunutze machen.

Es gibt aber auch noch speziellere Socken. Hervorzuheben wären hier die Hersteller Alpacasocks, die mit Alpacawolle arbeiten und dadurch im Winter einen hervorragenden Wärmerückhalt bieten. Außerdem gibt es noch Socken von Sealskinz. Diese sind wasserdicht, eignen sich also perfekt für Wassersportaktivitäten, wie Paddeltouren und ähnliches.

Was ist besser, eine kurze oder eine lange Wandersocke?

Das hängt in erster Linie davon ab, was für einen Schuh du trägst! Wenn du einen Stiefel trägst, ganz klar eine lange Wandersocke, die über den Stiefelschaft hinaus reicht, für Trekkingsocken gilt hier natürlich das gleiche. Wenn du bei deinen Wanderungen den Fokus auf Sportlichkeit legst und besonders flexible Halbschuhe trägst ist eine kurze Wandersocke die Wahl der Stunde. Eine wichtige Rolle spielt hierbei auch die zu erwartende Außentemperatur. Je wärmer es in einer Region ist, desto sinnvoller ist es, Halbschuhe und somit kurze Wandersocken zu tragen. Bei Sport- und Laufsocken empfehlen wir dir grundsätzlich auf eine kurze Socke zurückzugreifen.

Warum brauche ich überhaupt spezielle Wandersocken? Reichen meine normalen Freizeitsocken nicht auch aus?

Philip Baues

In einem Wort zusammengefasst: Blasenbildung! Blasen sind sowohl für Genuss- als auch für Weitwanderer eine Horrorvorstellung. Jeder, der sich schon einmal eine größere Blase unter dem Fuß oder im Fersenbereich gelaufen hat, weiß wovon wir hier reden. Jeder Kilometer wird mit den Plagegeistern zur Qual, von Spaß an der Natur und der Aktivität kann keine Rede mehr sein. Passende Wandersocken oder Trekkingsocken minimieren das Risiko erheblich. Gründe hierfür sind das Material, die Passform und die verschieden stark ausgeprägten Polsterungen.

Was genau hat das Material damit zu tun? Wandersocken sind sehr technisch aufgebaut. Die Materialien sind sehr atmungsaktiv und feuchtigkeitsleitend. Dadurch wird Feuchtigkeit effektiv vom Fuß abgelenkt, wodurch die Haut nicht aufquillt. Dies wiederum reduziert die Gefahr von Blasenbildung.

Auch die Passform ist wichtig. Deine Wandersocken müssen auf jeden Fall eng am Fuß sitzen, so können sich keine Falten bilden, die unangenehm scheuern und somit zur Bildung von Blasen führen. Kaufe deine Socken also niemals zu groß! Anders als bei Freizeitsocken ist die Naht im Zehenbereich bei Wandersocken ganz flach gestrickt, diese spezielle Machart nennt sich Flatlock-Naht, damit an dieser Stelle beim Wandern keine unangenehme Reibung auftritt.

Einen weiteren, wichtigen Beitrag leisten die vorhandenen Polsterungen deiner Wandersocken. Diese schützen besonders stark strapazierte und zugleich besonders anfällige Bereiche, in dem sie den Druck hier minimieren, auch dies reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass du dir Blasen oder Hühneraugen läufst. Um die Reibung zu reduzieren, lassen sich Wandersocken auch mit Linern/Unterziehsocken kombinieren. 

Gibt es auch spezielle Socken für Hallux-Valgus?

Ja! Wander- bzw. Trekkingsocken für Damen und Herren mit Hallux Valgus, der recht verbreiteten Fehlstellung der Großzehe werden von Hanwag angeboten. Hier wird der Bereich des Ballens besonders gepolstert, damit weniger Druck entsteht und du schmerzfreier Wandern kannst. Diese sind an dem Beinamen »Bunion« zu erkennen und bieten dir im Vorfußbereich mehr Platz und dadurch mehr Komfort.

Übrigens: Wanderschuhe mit spezieller Hallux Valgus Passform gibt es ebenfalls von Hanwag, auch diese sind am Beinamen Bunion zu erkennen.

Gibt es spezielle Socken mit Insektenschutz? Beispielsweise für Malariagebiete?

Auch hier können wir dir weiterhelfen. Besonders für malariagefährdete Gebiete sind solche Socken praktisch, denn den ganzen Tag, bei sehr hohen Temperaturen mit hohen, zugeschnürten Stiefeln herumlaufen macht einfach keinen Spaß. Aber auch in weniger gefährlichen Gebieten, wo summende Plagegeister einfach nur sehr häufig sind, beispielsweise Skandinavien, bieten diese Socken so ihre Vorteile.

Hervorzuheben sind hier die Marken Royal Robbins und Craghoppers mit ihren Bug Barrier, bzw. NosiLife Technologien. Und mal ganz ehrlich und unter uns: Egal, ob du in der Wildnis Afrikas unterwegs bist oder abends auf dem Campingplatz in Meck-Pomm gemütlich am Lagerfeuer sitzt – Wenn du keine Lust hast, von Mücken oder Zecken gebissen zu werden, dann scheue dich nicht, auch Sandalen und (insektenabwehrende) Socken zu kombinieren.

Welche Socken zu welcher Jahreszeit?

Grundsätzlich gilt: Je wärmer, desto dicker, je kühler, desto dünner! Wer bei wirklich tiefen Temperaturen eine Schneeschuhtour machen möchte, sollte auf eine wirklich dicke Wollsocke zurückgreifen. Wenn du bei sonnigem Wetter und hohen Temperaturen deine Trailrunningschuhe schnürst, sollte die Socke hingegen schön dünn und gut belüftet sein. Zu erkennen sind diese Socken häufig an den Abkürzungen im Produktnamen.

  • UL steht für Ultralight, also eine dünne und leichte Socke.
  • Heavy Crew ist eine Bezeichnung für dicke, warme Socken für Trekking- und Alpintouren.
  • Der Hersteller Woolpower arbeitet hingegen mit Zahlen: 200, 400, 600 und 800. Damit ist die Materialstärke gemeint. Je höher der Zahlenwert, desto dicker und wärmer ist die Socke.
  • Auf die Bedeutung der verschiedenen TK Abkürzungen bei den beliebten Falke Wandersocken gehen wir im folgenden Kapitel nochmal näher ein.

Falke TK Wandersocken – Was sind die Unterschiede? 

Falkesocken sind wohl jedem ein Begriff und ein absoluter Dauerbrenner in unserem Sockensortiment. Der sauerländische Hersteller für Strumpfwaren ist einer der renommiertesten Sockenhersteller überhaupt und vor allem für die erstklassige anatomische Passform seiner Wandersocken und Trekkingsocken bekannt. Auch das farblich abgesetzte kleine »R« und »L« sind wohl jedem ein Begriff. Die unterschiedliche Stärke der Socken und den Einsatzbereich erkennt man an den unterschiedlichen TK-Kategorien. Aber was genau bedeutet was? Um dir die Auswahl hier zu erleichtern, gehen wir im Folgenden auf die Unterschiede ein. 

  • TK1: In dieser Rubrik findest du stark gepolsterte Trekkingsocken für ausgedehnte Touren mit schweren Rucksäcken und soliden Trekkingstiefeln. Sie bieten durch ihre kräftigen Polster viel Komfort und Schutz. Ideal für knackige Trekkingtouren mit Rucksack und Zelt!  TK1 Socken sind in mehreren Materialzusammensetzungen erhältlich, die bei unterschiedlichen Temperaturen ihre Stärken ausspielen.
  • TK2: Sind die mit Abstand meistgekauften Wandersocken in unserem Sortiment. Sie sorgen mit mittelstarken Schutzpolstern im Knöchel- und Ballenbereich für großen Komfort auf langen Wanderungen in moderatem Gelände. Sie sind ideal geeignet für Hüttentouren und Mittelgebirgswanderungen vom späten Frühjahr bis zum Herbst mit nicht allzu schwerem Rucksack. Unser Sortiment umfasst beinahe 20 verschiedene Ausführungen des Sockenklassikers für Männer, Frauen und Kinder, darunter Sommersocken (CO steht für Cool), Socken mit weichen Silikon-Bundabschlüssen (Ess oder sensitive) oder aus Wolle/Seite-Gemisch (WoSi) für Personen mit besonders empfindlicher Haut. Auch die Farbpalette lässt mittlerweile keine Wünsche mehr offen.
  • TK4: Die kräftigsten, dicksten und wärmsten Falkesocken. Die TK4-Reihe wurde für den Einsatz im Hochgebirge konzipiert. Mit ihren extra starken Polsterungen bieten sie ein maximal mögliches Maß an Schutz. Perfekt für steife Bergstiefel. Hochtouren- und Gebirgssocken par excellence!  
  • TK5: Diese leichten Wandersocken sind ideal für einfache Wanderungen ohne Gepäck und Städtetrips bei hohen Temperaturen. Sie sind leicht gepolstert, bieten also trotzdem angemessenen Komfort. Die TK5 Socken sind besonders leicht und atmungsaktiv.

Innerhalb jeder TK Linie bietet Falke Wandersocken in verschiedenen Längen und Materialzusammensetzungen für verschiedene Temperaturbereiche ein. Mehr über Sockenmaterialien erfährst du oben.

Text: Globetrotter
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